CapsuleDesk Logbuch

Logbuch-Eintrag, , Jita 4-4, Caldari Navy Assembly Plant.

Umzug nach Jita 4-4

Die Fregatte Fritz, winzig vor einem Feuerwerk bei der Ankunft in Jita.
Jita zündet Feuerwerk. Vermutlich nicht für mich, aber Fritz und ich nehmen es trotzdem mit.

Exordium war nett, solange es währte.

Ausgelernt bin ich nicht, der Weg ist noch lang. Aber Exordium ist ein winziger Sandkasten inmitten von etwas sehr Großem, und die Zahlen darin bleiben klein: gedeckelte Belohnungen, dünnere Erze, die Sondersteuer obendrauf. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Bleiben mehr kostet als Gehen.

Ich wollte ins wirtschaftliche Zentrum. Der Cluster hat mehrere große Handelsknoten: Rens, Hek, Dodixie, Amarr. Aber das wahre Zentrum hat einen Namen, den jeder Händler kennt: Jita. Genauer: Jita 4-4.

Jita war lange caldarisch, durch und durch. Seit Kurzem ist es das nicht mehr ganz: Der Caldari-Staat hat die Verwaltung des Systems an CONCORD übergeben. Die Station selbst bleibt formal bei der Caldari Navy. Ich bin Caldari genug, um den Beigeschmack zu bemerken — eine solche Übergabe verkündet niemand aus einer Position der Stärke.

Da ich nur ein Schiff gleichzeitig fliegen kann, nahm ich natürlich Fritz. Das restliche Inventar ließ ich in Exordium zurück. Verkaufen lohnte sich bei den Preisen kaum, und alles nachzuholen hätte mehr Zeit gekostet, als der Inhalt wert war. Also blieb der alte Hangar vorerst voll.

Eine Fregatte verschwindet im Lichtkegel eines Shipcasters am Rand von Exordium.
Einmal und nur vorwärts. Den Weg zurück gibt es so nicht.

Es gibt eine ruhige Art, Exordium zu verlassen: über das Sprungtor von Manifest nach Yulai und von dort weiter durch den Cluster. Die habe ich nicht genommen. Frische Absolventen dürfen sich stattdessen von einem Shipcaster am Rand der Region direkt in den Highsec ihres Imperiums werfen lassen, einmalig und nur in eine Richtung. Das wollte ich erlebt haben, bevor das Angebot für mich verfällt.

Der Wurf ging schnell: ein Ruck, und Fritz hing in Onnamon, einem Caldari-Highsec-System, das ich nie zuvor gesehen hatte. Den Rest flog ich klassisch, Tor für Tor. Sieben Sprünge bis Jita, ein gutes Stück kürzer als die Route über Manifest, die ich ausgeschlagen hatte.

Bildschirmeinblendung: Ein neues Kapitel beginnt, nach dem Sprung in den Highsec.
Das Onboarding verabschiedet sich mit großen Worten: „Ein neues Kapitel beginnt.“

Jita ist laut: Ich versuchte, den lokalen Kanal zu lesen, gab nach drei Sekunden auf und behandelte ihn wie die Quartalszahlen eines fremden Konzerns: überfliegen, nichts glauben, weiterscrollen. Der Schiffsverkehr am Undock reißt nicht ab.

Feuerwerk und Werbeeinblendungen vor der Stationsflanke von Jita 4-4.
Jita 4-4 aus der Nähe: Feuerwerk über der Stationsflanke, der lokale Kanal blendet ununterbrochen Angebote ein.
Treibende Schiffswracks im Raum vor der Station Jita 4-4.
Wracks am Undock. In Exordium gab es so etwas nicht.

Um die Station treiben Wracks. In Exordium konnte mir niemand etwas anhaben. Kämpfe zwischen Kapselpiloten waren dort technisch unterbunden. Hier ist das anders. CONCORD wacht über den Highsec, aber CONCORD verhindert keinen Angriff, es bestraft ihn. Wer hier jemanden aus dem Raum schießt, stirbt Sekunden später selbst. Dem Opfer hilft das wenig, wie man an den Wracks ablesen kann.

Noch brauche ich nichts davon zu fürchten. Fritz ist eine Kestrel; keine Beute, an die jemand einen Angriff verschwendet. Aber Vorsicht kostet kaum etwas, und eine Gewohnheit bildet sich am besten, bevor man sie braucht.

Also legte ich mir zwei Bookmarks an: eine weit vor dem Undock, genau in der Linie, in die die Station mich ausspuckt, und eine zweite, die mich beim Anflug direkt in Andockreichweite bringt. Damit stehe ich nie still dort, wo die Geduldigen warten. Abdocken, sofort in den Warp. Zurück, sofort angedockt. Fast wie ein gut sortierter Aktenschrank, nur mit mehr Schub.

Und ich setzte Jita 4-4 als meine neue Heimat. Sollte mich doch einmal jemand erwischen und die Kapsel knacken, wache ich hier in einem frischen Klon auf, statt etliche Sprünge entfernt in Exordium.

Exordium war ein guter Anfang: ein Ort zum Lernen, bevor es ernst wird. Ich bin froh, dass es ihn gab. Aber ein Anfang bleibt ein Anfang. Hier sind die Zahlen größer, und zum ersten Mal habe ich den Raum, etwas daraus zu machen.

— Ariane Quell